ok diese gedichten und nachdenkgeschichten habe ich zusammen mit blackbahamut zusammengestellt

 

Als Kind hatte ich Angst vor dunklen Ecken und vor Vogelscheuchen in der Abenddämmerung, Angst vor dem Heulen des Windes und vor Bildern, die sich mit Leben erfüllten. Es lebten viele von den toten Dingen. Die Phantasie erweckte sie zum Leben, einem Leben, vor dem man Angst haben muss. Die Angst ist unausrottbar, doch kann man mit ihr leben. Und die Angst vor der Dunkelheit ist wohl angeboren. Die Angst vor dem Unbekannten erfüllt uns alle noch. Es ist die Angst auch vor der Kraft der eig’nen Phantasie. Doch haben wir den Verstand, die Angst zu überwinden.

Das Wissen hat uns unabhängiger gemacht.
Und unangreifbarer auch.
Bisher glaubte ich das.

Was ist Leben, Was ist der Tod? Wir kennen uns und unsere Welt. Wir kennen viel. Und das, was wir wissen, lässt uns selbst im hellen Schein der Erkenntnis erschauen. Was wissen wir wirklich von uns?

Was wissen wir von alledem, das uns umgibt? Was verbirgt sich hinter dem, was wir „Seele" nennen? - Ist die Seele ein Zustand, ein Vorgang, oder ist sie ein Ding?

Es gab Zeiten, da wusste man mehr. „Glauben" wurde dieses Wissen genannt. Und jenes Wissen, das war unumstößlich; und keine Fragen schienen offen. Als beantwortet galten alle Fragen. Irgendwie war dies einfach. Und sinnvoll war es obendrein. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis ist sehr verlockend. Aber schwer verdaulich ist sie leider auch.

 

 

Deine Gedanken - Dein Schicksal

Achte auf Deine Gedanken, den sie werden
Worte

Achte auf deine Worte, denn sie werden
Handlungen

Achte auf Deine Handlungen, den sie werden
Gewohnheiten

Achte auf Deine Gewohnheiten, den sie werden
Dein Charakter

Achte auf Deinen Charakter, den er wird
Dein Schicksal

 

 

 

Du bist ein Mensch Du bist ein Mensch,

der meine Achtung verdient,
den Du hast viel
in deinem Leben geleistet.

Du bist ein Mensch,

der meine Aufmerksamkeit
und Zuwendung verdient,
den Du bist hilflos und schwach.

Du bist ein Mensch,

der mich lehrt, wie wandelbar
ein Lebensweg sein kann.

Auch morgen schon,

kann ich so abhängig von der
Fürsorge anderer Menschen
und so hilflos sein wie Du.

 

Freundschaft


Die Sehnsucht zwängt mich manchmal in ein enges Korsett, schnürt mir die Luft ab
und lässt mich nicht schlafen. Immer wieder legt das Leben Steine in meinen Weg
die ich nicht alleine wegräumen kann, immer wieder nimmt mir die Distanz
die Hoffnung, obwohl manchmal die räumliche, manchmal die geistige und
manchmal auch die körperliche Nähe da ist. Und immer wieder nimmt die Einsamkeit
von meinem Denken Besitz, lässt mich nicht aus ihren Klauen.
Obwohl ich nicht einsam bin.

Aber immer wieder, wenn ich Dich brauche, bist dann Du da, weckst mich auf
aus meiner Verzweiflung und gibst mir Kraft.
Deine Freundschaft lässt mich wissen, das da mehr ist- mehr, als Mensch
normalerweise erlebt.

Danke, dass Du da bist - und Danke, dass Du für mich da bist -
besonders, wenn ich Dich brauche, auch wenn Du es oft gar nicht weißt.
Danke für Deine Freundschaft.

 

Mein Leben dauert 10-15 Jahre. Jede Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten. Bedenke dies bevor Du mich anschaffst!

Gib mir die Zeit die ich brauche um Dich zu verstehen, was Du von mir möchtest!

Gib mir das nötige Vertrauen in mich, ich lebe davon!

Sei nicht lange böse auf mich und sperre mich nie zur Strafe ein. Bedenke Du hast Deine Freunde Deine Arbeit und Dein Vergnügen, ich habe nur Dich!

Sprich öfter mit mir wenn ich auch Deine Worte nicht verstehe so doch Deine Stimme die Du an mich richtest!

Wisse wie immer Du an mir handelst, ich vergesse es nie!

Ehe Du mich schlägst bedenke das ich mit einem Biss die Knochen Deiner Hand zerquetschen könnte, aber keinen gebrauch davon mache!

Ehe Du mich beim Training unwillig faul oder bockig schimpfst bedenke: Vielleicht plagt mich ein ungeeignetes Futter oder ich war zu lange in der Sonne oder vielleicht habe ich so wie Du auch manchmal auch einen schlechten Tag!

Kümmere Dich auch um mich wenn ich alt werde - bedenke auch Du wirst einmal älter!

Gehe jeden schweren Gang mit mir, sag nie: Ich kann das nicht sehen oder es soll in meiner Abwesenheit geschehen, alles ist leichter wenn Du bei mir bist!

 

Die Geschichte von Lea

Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestossen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem Petshop, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig. Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen.

Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen oh, sind die süss, ich will eines, aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist.

Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft ! Jetzt wird alles gut ! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süsses und braves Hundchen. Ich heisse jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich. Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Ausserdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hiess es genetisch und nichts machen. Ich möchte draussen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich böse ? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten ! Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand. Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gottseidank, der Schmerz geht zurück. Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit. Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer grossen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Auf Wiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht. Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware. Lea


 

 

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